UTMB 2014 – Das Rennen

UTMB 2014 Vorbereitungen – Woche 15 / 16

utmb-logo

Ich ziehe die ganze Woche schon die dicke Jacke nicht mehr aus – bloß keinen Infekt holen, jetzt, so kurz vor dem Tag X….Die Trainingswoche lief gut. Fünf lockere Einheiten, nie länger als neunzig Minuten und auch nicht zu intensiv. Nochmal zwei Krafteinheiten plus ein bisschen Spinning, Rudern, was es noch so gibt um sich lauf-unspezifisch zu belasten :-)

Die Koffer sind gepackt!!! Am Donnerstag startet die Reise nach Chamonix. Am Freitag um 17:30 Uhr ist voraussichtlich der Start. Die Wettervorhersage spricht von wechselhaften Bedingungen für das Rennen; Sauwetter wird es aber wohl keines, gut so!

Wer dem Rennen folgen will, hat mehrere Möglichkeiten:

Die Homepage der Veranstaltung, deren Facebook-ProfilUltratrail.tv oder auch über mein Facebook-Profil. Meine Durchgangszeiten werden dort von den Franzosen direkt als Statusmeldung gepostet. Startnummer 235 meldet sich hiermit offline, toi, toi, toi.

 

…Ich bin dann mal laufen…

UTMB 2014 Vorbereitungen – Woche 14 / 16

Die Woche nach dem Monschau-Marathon bin ich genau zweimal Laufen gewesen. Jeweils zehn Minuten auf dem Laufband: Zwei Minuten lockeres Einlaufen, eine Minute 17,5km/h, eine Minute locker, eine Minute 18,5km/h, eine Minute locker, eine Minute 20km/h, eine Minute locker, und dann nochmal zwei Minuten Auslaufen. Trainingstechnisch kommt jetzt nicht mehr viel bis zum UTMB. Woche 15 nochmal etwas mehr und dann easy nach Chamonix :-)

UTMB 2014 Vorbereitungen – Woche 13 / 16: Vollgas beim Monschau-UltraMarathon

Das war eine sehr gute Woche. Drei harte Einheiten. Am Dienstag ein langer Lauf über 3:30h. Im Nachhinein vermessen waren das fast exakt 42km :-) Am Donnerstag auf der Bahn 3x5x400m mit Steigerung zwischen 78sec bis zu 66sec die Runde. Und am Sonntag früh dann der Ultra beim Monschau-Marathon in der Eifel oben.

Blog Kofferraum Monschau 2014

Auf dem Camping-Parkplatz für die von weiter Angereisten

Ich reise Samstag mittag an. 430 Kilometer sind es bis nach Aachen und dann bin ich schnell in Konzen, hole die Startunterlagen und finde mich zur Nachtruhe im eigenen Kofferraum wieder. Ich bin um früh schlafen zu können schon am Samstag morgen rechtzeitig aufgestanden. Es braucht gerade mal die Sonne unter zu gehen und schon werde ich müde. Den Wecker noch auf 4:45 Uhr stellen und „Gute Nacht“.

Ich wache wie immer mit dem ersten Klingeln auf. Es folgt der Kontrollanruf aus Berlin: Meine Schwester sucht noch ihr Rad und macht sich dann auf den Heimweg. Sie legt sich jetzt gleich ins Bett – ich renne los.

Start Monschau Ultra 56km

Start Monschau Ultra 56km

Ich habe eine kurze Strecke durch das beschauliche Konzen bis hin zum Start-/Zielbereich. Hier hadert man noch etwas mit der Kaffeemaschine. Doch es reicht dann noch für zwei Tassen. Die Banane ist schnell gefrühstückt. Den Stöpsel ins Ohr und warten bis zum Start.

Das Feld zieht sich sehr schnell in die Länge und nach zwei Kilometern finde ich mich an der Spitze wieder. Der Start bei einem langen Lauf ist immer knifflig. Die Beine wollen nach vorne. Der Kopf weiß, es kommt noch viel. Das Wetter ist spitze. Die Sonne am aufgehen, kein Wind. Vom eventuell anstehenden Regen noch nichts zu sehen.

Wir laufen eine 14 Kilometer lange Runde den „Stehling“ hinauf. Der Ausschreibung nach ist das der höchste Berg, den die Eifel hier zu bieten hat. Es geht hoch auf 658 Meter. Wir drehen eine kleine Runde und laufen zurück nach Konzen und noch einmal an Start und Ziel vorbei.

In Konzen scheint die Sonne :-)

In Konzen scheint die Sonne :-)

Hier läßt sich dann auch die Sonne zum ersten Mal blicken. Ab und an kommt sie im Laufe des Tages kurz raus und blinzelt durch die Bäume. Wirklich ärgern tut sie uns Läufer an diesem Tag aber nicht.

Jetzt noch die 42km der original Marathonstrecke und schon ist der Lauf im Sack. So ähnlich formuliert es dann auch der Moderator beim Durchlaufen der Konzener Innenstadt – „nur noch den Marathon“. Ich liege ab hier alleine in Führung. Weiß allerdings nie, wie viel Luft nach hinten ist. Ist auch nicht wichtig. Ich laufe meinen Stiefel, das ist schließlich der letzte lange Vorbereitungslauf zum UTMB und es steht noch einmal alles auf dem Prüfstand. Locker bleiben und nicht zu schnell werden. Trinken, Essen, kein Schlappschritt, Landschaft genießen, etc…Die Dörfer, die wir zu Beginn durchlaufen schlafen alle noch. Es herrscht diese früh morgendliche Stille, die nur der erste zu hören kriegt :-)

Der mit dem Trail tanzt

Der mit dem Trail tanzt

Die Strecke bietet in etwa fünfzig Prozent Wald- und Wiesenwege samt Trails und fünfzig Prozent Asphalt. Die Straßen zwischen durch sorgen immer wieder für gute Durchgangszeiten. Meine 5km-Splits bewegen sich durch die Bank weg zwischen 18:55min un 23:15min. Je nach Untergrund und Steigung der Strecke. Generell ist die zweite Hälfte des Ultras anspruchsvoller als es die erste ist. Öfter hoch, weniger Asphalt. Wir befinden uns einmal auf einer Anhöhe mit Windrädern: „Wind – der muss von vorne kommen!“ ;-)

Dass dann ausgerechnet drei Kilometer vor Schluss noch Markus angerauscht kommt liegt vor allem an seinem extrem starken Finish! Wir unterhalten uns kurz und ich folge ihm bis Kilometer 54 nochmal tausend Meter in unter vier Minuten. Die letzten Meter Strecke fordern von den Beinen nochmal alles. Erst asphaltiert bergab, dann links abbiegen und einen felsigen Trail hoch für 200 Meter. Markus findet sein Finish und gibt richtig Gas. Während ich bei Kilometer 55 wieder meine Zwischenzeit nehme und mir so meine Gedanken zum UTMB mache……Mein Ziel war das Podium beziehungsweise ein Finish unter vier Stunden. Es wird Platz 2 mit 3:56h. Der letzte Test war gut, jetzt kommt der UTMB.

Durchlauf der Marathondistanz war bei 2:53h. Das ist für mich persönliche Bestzeit :-)

UTMB 2014 Vorbereitungen – Woche 12 / 16: Übergangswoche – So lala

Flo Aidlingen 2014Der Pitztal-Lauf hing mir zu Beginn der Woche noch ordentlich in den Beinen und Schultern. Viel Essen – viel Schlaf :-) Marschieren ist nicht Laufen. Und Kraxeln ist auch nochmal anders.

In der zweiten Hälfte der Woche war ich dann locker mit den Barfuß-Schuhen im Wald unterwegs und bis auf ein, zwei harte Intervalle auf dem Laufband war da nicht viel.

Sonntag morgen schließlich wieder der Trainingseinstieg mit dem Aidlinger Cross. Eine fantastische Strecke!!! Eigentlich 2x5km mit jeweils 230 Höhenmetern. Wenig Asphalt, dafür schöne Wald- und Wiesenwege. Ich bin die Runde einmal locker eingelaufen, den 10er mit Dampf (Platz 4 gesamt in 37:09min), und dann nochmal eine Runde locker. Macht in der Summe 20km mit knapp 1000 Meter hoch und runter.

Woche 13 heißt es wieder fleißig Kilometer sammeln und am Sonntag fahr‘ ich nochmal in die Eifel ;-)

UTMB 2014 Vorbereitungen – Woche 11 / 16: Pitztal Trail Maniak 95k

Die Fakten: Die Strecke war bereits im Vorfeld wetterbedingt von 95km auf 97,5km geändert worden. Weit über 6000 Höhenmeter sollten es werden. Um 4 Uhr war Start. Es war dunkel, die Sterne durchaus zu sehen. Direkt am Start gab es im Hotel ein Athletenfrühstück – für Kaffee und eine Toilette war also gesorgt :-)

2014 Pitztal Header

Der kleine Haufen aufgeregter, aber immer noch müder Läufer hatte sich kaum am Start in Mandarfen eingefunden, da ging auch schon der Startschuss los… Ich meine im Vorfeld gelesen zu haben, dass rund 90 Teilnehmer gemeldet waren. In der Ergebnisliste sind 57 zu finden. Davon sind 30 vorzeitig raus, auch ich.2014 Pitztal Start

Auf den ersten acht Kilometern ging es im Schein der Stirnlampe von 1600 auf 2900 Höhenmeter hoch zur Kaunergrathütte. Die 24 folgenden Kilometer zur Tiefentalalm waren endlos. Felsenmeer, kniehohes Gras mit Geröll, Steigungen und Gefälle mit 20%, jeder, aber wirklich jeder Meter wollte einen daran hindern in den Laufschritt zu kommen. Bei Kilometer 30 an der Tiefentalalm angekommen müssen bereits an die sechs Stunden vergangen gewesen sein. Vom Eindruck der (nicht vorhandenen) Geschwindigkeit überwältigt, hab ich mich den ganzen Tag über nicht befreien können…Ab Kilometer 40 laufen wir im Regen. Nach einem weiteren Stopp an der Tiefentalalm ging es ins Tal hinunter und zurück nach Mandarfen. Nach 54 Kilometern war die große der drei Runden geschafft.

2014 Pitztal 02Bereits am letzen Verpflegungspunkt vor Mandarfen wurde mir mitgeteilt, dass es wetterbedingt nicht zur Braunschweiger Hütte hochgeht. Die kleine dritte Runde dafür zweimal gelaufen werden kann… Da war ich dann raus aus dem Tag.

Was wirklich geschah: Auf dem Weg von der Kaunergrathütte zur Tiefentalalm war schnell klar, dass das hier kein Laufen wird. Zu steil, zu unwegsam, zu Pitztal :-) Eine richtig klasse Landschaft – nur dass ich immer nach den Wegen zum Laufen Ausschau hielt, sie aber nie finden sollte. Die Strecke ist von Anfang an ein einziges Brett. Zum Teil stahlseilgesichert mit in den Fels getriebenen Stahltritten. Das war für mich als Flachländer für ein Wettrennen einfach zu viel. Ich konnte an diesem Tag aus dem Wettkampfmodus nicht raus – und in dem war die Strecke für mich nicht zu begreifen…nach 54km mit weit über 3000 Höhenmeter in Auf- wie Abstieg war dann nach 10:50h (!) Schluß.2014 Pitztal 03

Ich hab selten aus einem Lauf soviel an Eindrücken mitgenommen. Und auch nie soviel auf einmal lernen dürfen. Nach meinem ersten Marathon, meinem IRONMAN-Debüt und dem folgenden Start beim NORSEMAN Xtreme Triathlon in Norwegen war das seit langem wieder ein prägendes Sporterlebnis. Auch wenn ich es noch nicht zugeben will, dieses DNF hab‘ ich mit jedem Schritt genossen.

2014 Pitztal Strecke01